Beim vergangenen Clubabend referierte Prof Dr. Hemel zum Tema „Wie kommen wir zum friedlichen Zusammenleben in einer unruhigen Welt? “
Prof. Ulrich Hemel versteht Weltethos als einen gemeinsamen ethischen Mindestkonsens, der Menschen über Religionen und Weltanschauungen hinweg verbindet. Er betont, dass friedliches Zusammenleben nicht aus Gleichförmigkeit entsteht, sondern aus Respekt vor Unterschiedlichkeit und aus gemeinsamen Regeln.

Die Kernelemente eines gemeinsamen Ethos sind Menschlichkeit und Gegenseitigkeit (Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest). Daneben stehen fünf Grundwerte Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Partnerschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.
Hemel sieht Dialog als Schlüssel: Gesellschaften müssen im Gespräch bleiben, um Toleranz, Akzeptanz und Vertrauen zu bewahren. Frieden entsteht nach seiner Sicht nicht durch Belehrung oder Überheblichkeit, sondern durch Fairness, Selbstkritik und echtes Zuhören. Wichtig ist auch, dass Menschen kulturelle und religiöse Unterschiede nicht als Bedrohung, sondern als Anlass zum Lernen verstehen.
Er verbindet Weltethos mit konkretem Handeln in Bildung, Politik, Wirtschaft und internationaler Zusammenarbeit. Dazu gehören Werteerziehung, interkulturelle Kompetenz und Regeln, die Kooperation statt Konfrontation fördern. Friedlich zusammenleben heißt für Hemel deshalb: gemeinsame Grundwerte anerkennen, Unterschiede respektieren und Verantwortung für das Ganze übernehmen.